Auszug aus dem Interview von Mirko Freitag in der Jüdischen Allgemeine 6/26; 5. Februar 2026
Shani Louks Ermordung und ihre von Gazanern zur Schau gestellte Leichenschändung am 7. Oktober 2023
„Ricarda Louks 22 Tochter, die Deutsch-Israelin Shani Louk, wurde bei dem Überall auf das Nova-Musikfestival von palästinensischen Terroristen brutal ermordet. Das Bild ihrer Leiche, die von Hamas-Terroristen auf einem Pick-Up durch Gaza gefahren wurde, ging um die ganze Welt und wurde zu einem der ersten sichtbaren Symbole der beispiellosen Gewalt dieses Tages.
Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie an dieses Datum zurückdenken? Gibt es bestimmte Bilder oder Momente, die sich unauslöschlich eingeprägt haben?
Die Bilder vom 7. Oktober, die ich für immer im Kopf haben werde, sind die von dem schrecklichen Video, in dem Shani hinten auf dem Pick-up-Truck liegt, verkrümmt, mit den Hamas-Terroristen mit ihren Gewehren. Wie sie nahc Gaza verschleppt wird und ihr die Leute auf den Kopf spucken, als ob sie eine Trophäe wäre. Diese Bilder werden wahrscheinlich nie weggehen. Ich erinnere mich auch daran, als mein Sohn dieses Video bekommen hat und vor Schock zusammenbrach. (…)
Fühlen Sie sich von der deutschen Öffentlichkeit wahrgenommen oder eher alleingelassen?
Leider sehe ich wiederholt in den Nachrichten in Deutschland, dass der 7. Oktober immer stärker in den Hintergrund rückt und die Leute schon vewrgessen haben, wie das Ganze anfing. Der Fokus lag schon kurz nach diesem Datum auf Gaza, auf Israel und auf dem Krieg. Man bemühte sich immer weniger, die Hamas dazu zu bewegen, die Geiseln freizulassen und den Kreig zu beenden. Der Druck und die Last lagen ausschließlich auf Israel, und das kann ich einfach nicht verstehen. Dass man so ein großes Massaker wie das vom 7. Oktober einfach vergessen kann, ist unglaublich für uns.
Welche Unterschiede nehmen Sie im Umgang mit den Opfern in Israel und in Deutschland wahr?
Im September 2025 gab es ein Attentat auf einen Autobus in Jerusalem. Dabei wurden sechs Menschen ermordet und mindestens 20 schwer verletzt. Terroristen waren in das Fahrzeug eingedrungen und hatten Menschen mit brutaler Gewalt erschossen. Die Kommentare, die ich aus Deutschland dazu sehen musste, lauteten stets: „Israel hat ja viel Menschen umgebracht, es ist also in Ordnung“. Es wird relativiert, vereinfacht und die Kriegsopfer werden gleichgestellt mit Zivilisten, die auf dem Weg zur Arbeit waren und in einem Bus brutal erschossen wurden. Das ist für mich vollkommen unverständlich.
Ich kann es immer noch nicht fassen, dass die Terrororganisation Hamas jahrelang deutsche Staatsbürger als Geiseln gefangenhilet und das in Deutschland kaum thematisiert wurde. Es beschäftigt offenbar niemanden, dass es auch deutsche Geiseln in Gaza gab, niemanden kümmerte es. Es ist mir absolut unverständlich, warum nicht mehr Druck aus Deutschland auf die Hamas ausgeübt wurde, die Geiseln freigelassen. Darauf wäre ja umgehend ein Waffenstillstand und das Kreigsende gefolgt.“